09/01/2026 0 Kommentare
Evangelische Kirche im Dekanat Biedenkopf-Gladenbach stellt sich neu auf: Drei Gesamtgemeinden und eine fusionierte Gemeinde star
Evangelische Kirche im Dekanat Biedenkopf-Gladenbach stellt sich neu auf: Drei Gesamtgemeinden und eine fusionierte Gemeinde star
# Gemeinsam im Dekanat

Evangelische Kirche im Dekanat Biedenkopf-Gladenbach stellt sich neu auf: Drei Gesamtgemeinden und eine fusionierte Gemeinde star
Viele evangelische Kirchengemeinden im Dekanat Biedenkopf-Gladenbach haben sich zu Jahresbeginn neu aufgestellt, indem sie sich eine neue Rechtsform gegeben haben. Den größten Schritt hat dabei der bisherige Nachbarschaftsraum WEB gemacht, dessen Gemeinden Wallau, Eckelshausen und Biedenkopf sich zur „Evangelischen Kirchengemeinde Obere Lahn Biedenkopf“ zusammengeschlossen haben.
Außerdem sind drei Gesamtkirchengemeinden entstanden, in denen die Kirchengemeinden mit einem verkleinerten Aufgabenbereich rechtlich eigenständig bleiben, aber einen gemeinsamen Kirchenvorstand bilden. Für das Gestalten des gemeindlichen Lebens werden Ortsausschüsse eingesetzt. Das ist in den ehemaligen Nachbarschaftsräumen Bischoffen-Bad Endbach, Oberland und Breidenbacher Grund der Fall. Die nun größeren Gesamtgemeinden richten gemeinsame Gemeindebüros ein, die an mehreren Tagen in der Woche geöffnet sind. Der Standort des gemeinsamen Gemeindebüros für die Gesamtgemeinde Oberland soll künftig in Obereisenhausen sein, nachdem das dortige Gemeindehaus saniert ist. Bis dahin wird ein provisorisches Büro in Bottenhorn eingerichtet. Das Büro für Bischoffen-Bad Endbach befindet sich derzeit in Bischoffen, soll aber nach Bad Endbach verlegt werden. Auch die Gesamtgemeinde Breidenbacher Grund arbeitet bereits mit einem gemeinsamen Gemeindebüro im evangelischen Gemeindehaus Breidenbach.

Die nun umgesetzten Veränderungen der Gemeindestrukturen haben Britta Duchardt-Linneborn als Vorsitzende des Dekanatssynodalvorstands und Dekan Andreas Friedrich Ende November im Rahmen der Dekanatssynode Ende November öffentlich vorgestellt. (Foto: Klaus Kordesch /eöa)
Der mit zwölf Gemeinden größte Nachbarschaftsraum des Dekanats „Oberes Edertal“ bildet eine Arbeitsgemeinschaft. Das gemeinsame Kirchenbüro im Einkaufszentrum in Battenfeld existiert bereits seit rund zehn Jahren und wird gerade noch erweitert. Zusammen mit der Diakoniestation, dem Regionalen Diakonischen Werk und der Kita-GÜT entsteht hier ein „Regionales Kirchenzentrum“.
Die verbleibenden drei Nachbarschaftsräume werden die Transformation zum Jahresbeginn 2027 vollziehen: Die Fusion aller Gemeinden im „Gladenbacher Land“ zum 1. Januar 2027 ist beschlossen, die Vereinigungsvereinbarung ist bereits unterzeichnet und das gemeine Gemeindebüro in Runzhausen eröffnet worden. Die Gemeinden Waldgirmes, Naunheim und Hermannstein, die „Südgemeinden“ des Dekanats, bilden dann eine Gesamtgemeinde. Das gemeinsame Gemeindebüro wird in Hermannstein eingerichtet. Auch die Dautphetaler Gemeinden werden zur Gesamtkirchengemeinde „Evangelisch in Dautphetal“. Das Gemeindebüro ist bereits in Dautphe zusammengeführt.
Hintergrund für die Veränderungen ist der Reformprozess „EKHN 2020“, mit dem die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) auf sinkende Mitgliederzahlen reagiert und sich für die Zukunft aufstellen will. Unter anderem müssen im Zuge der Transformation etliche Gemeinde- und Pfarrhäuser veräußert und die Zahl der Pfarrpersonen reduziert werden – rund ein Viertel aller Pfarrstellen, die jeweils auf eine Gemeindegröße von etwa 1600 Protestanten bezogen ist, fallen zwischen 2024 und 2030 weg – auch im Dekanat Biedenkopf-Gladenbach, wo der Mitgliederrückgang im vergangenen Jahr bei etwa minus vier Prozent lag.
Für die Gemeindeglieder wird es durch die schon aus den Nachbarschaftsräumen bekannten Verkündigungsteams trotz aller Einsparungen weiter vielfältige kirchliche Angebote in Seelsorge, Jugendarbeit, Kirchenmusik, Bildungsarbeit und sozialdiakonischen Projekten geben, allerdings nicht mehr für jeden Kirchort separat, sondern gemeinsam auf regionaler Ebene. Das gilt auch für die Gottesdienste, die in den neuen Strukturen nicht mehr in jedem Ort jeden Sonntag angeboten werden können. In jeder Region ist dafür ein Verkündigungsteam, bestehend aus Pfarrpersonen, Gemeindepädagogen und Kirchenmusikern, zuständig, das von den Arbeitsbereichen des Dekanats unterstützt wird. (klk/eöa)
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