30/01/2026 0 Kommentare
Neues Dach, neuer Turm, neue Orgel: Sanierung der evangelischen Kirche Lixfeld fast abgeschlossen
Neues Dach, neuer Turm, neue Orgel: Sanierung der evangelischen Kirche Lixfeld fast abgeschlossen
# Gemeinsam im Dekanat

Neues Dach, neuer Turm, neue Orgel: Sanierung der evangelischen Kirche Lixfeld fast abgeschlossen
Die fast zwei Jahre dauernde Sanierung der evangelischen Kirche Lixfeld befindet sich auf der Zielgeraden: In rund drei Wochen soll das Gotteshaus wieder vollumfänglich genutzt werden können – inklusive einer neuen Orgel, die gar nicht neu ist.

Die Orgel aus Dänemark zieht in ihr neues Zuhause in der Lixfelder Kirche ein. Bis Uwe Hardt und Stefan Braun die Einzelteile zusammengebaut haben, werden aber noch drei Wochen vergehen. (Foto: Sascha Valentin)
„Tatsächlich wurde die Marcussen-Orgel bereits 1941 gebaut und stand bislang in Dänemark“, erzählt Pfarrer Carsten Simon. Doch auch trotz seines stolzen Alters von 85 Jahre war das Instrument für Lixfeld ein Glücksgriff. „Für unsere Orgel gab es nämlich schon 2011 ein Gutachten, dass sie in einem schlechten Zustand ist“, erzählt Simon. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis die Kirchengemeinde eine neue hätte anschaffen müssen. Umso größer war die Freude, als sie auf die gebrauchte Orgel in Dänemark aufmerksam wurde, die für 10.000 Euro verkauft werden sollte. „Zumal diese in etwa dieselbe Größe hatte wie unsere alte“, sagt Simon. Aufgrund ihres Standorts neben den Bankreihen auf der linken Seite der Empore sei das durchaus von Bedeutung, denn ein größeres Instrument würde dort keinen Platz finden.

Nur ein Beispiel für die Herausforderung, der Uwe Hardt beim Zusammenbau der Orgel in Lixfeld gegenübersteht: Dieses Gewirr an Luftschläuchen muss korrekt angeschlossen und dann auch noch verstaut werden. (Foto: Sascha Valentin)
Nachdem sie sich davon überzeugt hatten, dass die Orgel funktioniert und den Kauf besiegelten, beauftragte die Kirchengemeinde mit Uwe Hardt einen Kirchenbauer damit, das Instrument an seinem jetzigen Stand ab- und in der Lixfelder Kirche wieder aufzubauen. „Das war durchaus ein kleines Abenteuer“, gibt Hardt zu. „An manchen Stellen haben wir uns gefragt, was das für Menschen sein mussten, die das zusammengeschraubt haben“ – so wenig Platz sei dort gewesen. Mit An- und Abreise waren er und sein Mitarbeiter Stefan Braun vier Tage lange mit dem Abbau der Orgel beschäftigt.

Die neue Lixfelder Orgel ist gar nicht so neu: Sie wurde bereits 1941 gebaut und 1975 generalüberholt. Trotzdem ist sie in einem besseren Zustand als die alte Orgel. (Foto: Sascha Valentin)
Nun beginnt in Lixfeld der Wiederaufbau – und der hat es durchaus in sich, wie Hardt sagt. Immerhin müssen rund 1000 Einzelteile wieder zusammengesetzt werden, und das ohne eine Bauanleitung. „Handys erleichtern uns heutzutage die Arbeit enorm“, sagt der Orgelbauer. Dank ihrer haben sie nämlich den Abbau mit zahlreichen Fotos dokumentiert, anhand derer sie nun nachvollziehen können, wo welche Teile hingehören und wie diese verbunden sind. Dennoch werde es rund drei Wochen dauern, bis die Orgel komplett eingebaut ist und wieder genutzt werden kann.

Orgelbaumeister Uwe Hardt (rechts) und sein Mitarbeiter Stefan Braun haben die Orgel in Dänemark abgebaut und tragen die Einzelteile nun in die Lixfelder Kirche, wo sie sie in den nächsten Wochen wieder zusammenbauen werden. (Foto: Sascha Valentin)
Die alte Orgel wurde übrigens nach Tschechien verkauft. Ursprünglicher Anlass für die Sanierung der Kirche war aber nicht der schlechte Zustand der Orgel, sondern der des Daches, erklärt Carsten Simon. „An der Stelle, wo der Turm an die Erweiterung des Kirchenschiffs anschließt, hatten wir einen Wassereintritt.“ Bei der Überprüfung dieses Bereichs habe sich herausgestellt, dass die Schieferplatten, mit denen der neuere Teil des Daches eingedeckt war, mindere Qualität aufwiesen. Teilweise waren die Platten brüchig, wie der Pfarrer betont. Deswegen musste das Dach des Kirchenschiffes für 500.000 Euro saniert werden. Das alleine ließ die Kirchengemeinde bereits schwer schlucken – zumal in den vergangenen Jahren bereits das Martin-Luther-Haus sowie das Kirchendach in Frechenhausen teuer saniert wurden.

In den vergangenen beiden Jahren sind das Dach und der Kirchturm in Lixfeld saniert worden. Davon zeugen etwa die neuen kupferfarbenen Dachrinnen sowie die neuen Ziffernblätter der Turmuhr. (Foto: Sascha Valentin)
Sascha Valentin
Vielen Dank an den Autor Sascha Valentin für das Überlassen von Text und Fotos für diese Veröffentlichung!
Kommentare