Neues Dach, neuer Turm, neue Orgel: Sanierung der evangelischen Kirche Lixfeld fast abgeschlossen

Neues Dach, neuer Turm, neue Orgel: Sanierung der evangelischen Kirche Lixfeld fast abgeschlossen

Neues Dach, neuer Turm, neue Orgel: Sanierung der evangelischen Kirche Lixfeld fast abgeschlossen

# Gemeinsam im Dekanat

Neues Dach, neuer Turm, neue Orgel: Sanierung der evangelischen Kirche Lixfeld fast abgeschlossen

Die fast zwei Jahre dauernde Sanierung der evangelischen Kirche Lixfeld befindet sich auf der Zielgeraden: In rund drei Wochen soll das Gotteshaus wieder vollumfänglich genutzt werden können – inklusive einer neuen Orgel, die gar nicht neu ist. 

Die Orgel aus Dänemark zieht in ihr neues Zuhause in der Lixfelder Kirche ein. Bis Uwe Hardt und Stefan Braun die Einzelteile zusammengebaut haben, werden aber noch drei Wochen vergehen. (Foto: Sascha Valentin)




Die Orgel aus Dänemark zieht in ihr neues Zuhause in der Lixfelder Kirche ein. Bis Uwe Hardt und Stefan Braun die Einzelteile zusammengebaut haben, werden aber noch drei Wochen vergehen. (Foto: Sascha Valentin)

„Tatsächlich wurde die Marcussen-Orgel bereits 1941 gebaut und stand bislang in Dänemark“, erzählt Pfarrer Carsten Simon. Doch auch trotz seines stolzen Alters von 85 Jahre war das Instrument für Lixfeld ein Glücksgriff. „Für unsere Orgel gab es nämlich schon 2011 ein Gutachten, dass sie in einem schlechten Zustand ist“, erzählt Simon. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis die Kirchengemeinde eine neue hätte anschaffen müssen. Umso größer war die Freude, als sie auf die gebrauchte Orgel in Dänemark aufmerksam wurde, die für 10.000 Euro verkauft werden sollte. „Zumal diese in etwa dieselbe Größe hatte wie unsere alte“, sagt Simon. Aufgrund ihres Standorts neben den Bankreihen auf der linken Seite der Empore sei das durchaus von Bedeutung, denn ein größeres Instrument würde dort keinen Platz finden.

Nur ein Beispiel für die Herausforderung, der Uwe Hardt beim Zusammenbau der Orgel in Lixfeld gegenübersteht: Dieses Gewirr an Luftschläuchen muss korrekt angeschlossen und dann auch noch verstaut werden. (Foto: Sascha Valentin)



Nur ein Beispiel für die Herausforderung, der Uwe Hardt beim Zusammenbau der Orgel in Lixfeld gegenübersteht: Dieses Gewirr an Luftschläuchen muss korrekt angeschlossen und dann auch noch verstaut werden. (Foto: Sascha Valentin)

Nachdem sie sich davon überzeugt hatten, dass die Orgel funktioniert und den Kauf besiegelten, beauftragte die Kirchengemeinde mit Uwe Hardt einen Kirchenbauer damit, das Instrument an seinem jetzigen Stand ab- und in der Lixfelder Kirche wieder aufzubauen. „Das war durchaus ein kleines Abenteuer“, gibt Hardt zu. „An manchen Stellen haben wir uns gefragt, was das für Menschen sein mussten, die das zusammengeschraubt haben“ – so wenig Platz sei dort gewesen. Mit An- und Abreise waren er und sein Mitarbeiter Stefan Braun vier Tage lange mit dem Abbau der Orgel beschäftigt.

Die neue Lixfelder Orgel ist gar nicht so neu: Sie wurde bereits 1941 gebaut und 1975 generalüberholt. Trotzdem ist sie in einem besseren Zustand als die alte Orgel. (Foto: Sascha Valentin)





Die neue Lixfelder Orgel ist gar nicht so neu: Sie wurde bereits 1941 gebaut und 1975 generalüberholt. Trotzdem ist sie in einem besseren Zustand als die alte Orgel. (Foto: Sascha Valentin)

Nun beginnt in Lixfeld der Wiederaufbau – und der hat es durchaus in sich, wie Hardt sagt. Immerhin müssen rund 1000 Einzelteile wieder zusammengesetzt werden, und das ohne eine Bauanleitung. „Handys erleichtern uns heutzutage die Arbeit enorm“, sagt der Orgelbauer. Dank ihrer haben sie nämlich den Abbau mit zahlreichen Fotos dokumentiert, anhand derer sie nun nachvollziehen können, wo welche Teile hingehören und wie diese verbunden sind. Dennoch werde es rund drei Wochen dauern, bis die Orgel komplett eingebaut ist und wieder genutzt werden kann.

Orgelbaumeister Uwe Hardt (rechts) und sein Mitarbeiter Stefan Braun haben die Orgel in Dänemark abgebaut und tragen die Einzelteile nun in die Lixfelder Kirche, wo sie sie in den nächsten Wochen wieder zusammenbauen werden. (Foto: Sascha Valentin)



Orgelbaumeister Uwe Hardt (rechts) und sein Mitarbeiter Stefan Braun haben die Orgel in Dänemark abgebaut und tragen die Einzelteile nun in die Lixfelder Kirche, wo sie sie in den nächsten Wochen wieder zusammenbauen werden. (Foto: Sascha Valentin)

Die alte Orgel wurde übrigens nach Tschechien verkauft. Ursprünglicher Anlass für die Sanierung der Kirche war aber nicht der schlechte Zustand der Orgel, sondern der des Daches, erklärt Carsten Simon. „An der Stelle, wo der Turm an die Erweiterung des Kirchenschiffs anschließt, hatten wir einen Wassereintritt.“ Bei der Überprüfung dieses Bereichs habe sich herausgestellt, dass die Schieferplatten, mit denen der neuere Teil des Daches eingedeckt war, mindere Qualität aufwiesen. Teilweise waren die Platten brüchig, wie der Pfarrer betont. Deswegen musste das Dach des Kirchenschiffes für 500.000 Euro saniert werden. Das alleine ließ die Kirchengemeinde bereits schwer schlucken – zumal in den vergangenen Jahren bereits das Martin-Luther-Haus sowie das Kirchendach in Frechenhausen teuer saniert wurden.

In den vergangenen beiden Jahren sind das Dach und der Kirchturm in Lixfeld saniert worden. Davon zeugen etwa die neuen kupferfarbenen Dachrinnen sowie die neuen Ziffernblätter der Turmuhr. (Foto: Sascha Valentin)













In den vergangenen beiden Jahren sind das Dach und der Kirchturm in Lixfeld saniert worden. Davon zeugen etwa die neuen kupferfarbenen Dachrinnen sowie die neuen Ziffernblätter der Turmuhr. (Foto: Sascha Valentin)

Doch es sollte noch schlimmer kommen. „Die Architektin hatte vorgeschlagen, sich auch den Kirchturm einmal genauer anzuschauen“, erinnert sich Simon. Dabei wurde festgestellt, dass die Schäden daran sogar noch größer waren als am Dach. Teilweise waren die Balken im Turm so vermodert, dass sie ausgetauscht werden mussten. Ebenso wie die komplette Holzverkleidung der Turmspitze. „Dafür wurden noch einmal Kosten in Höhe von 700.000 Euro veranschlagt“, erzählt Simon. Zwar trage die Landeskirche den weitaus größten Teil der Kosten von insgesamt 1,2 Millionen Euro. Doch ein Anteil von 20 Prozent – also rund 240.000 Euro – müssen von der Gemeinde gestemmt werden. „Ohne Rücklagen und eine enorme Spendenbereitschaft der Bürger wäre das nicht möglich“, sagt Carsten Simon. Viele Vereine hätten in den vergangenen beiden Jahren die Erlöse aus Veranstaltungen für die Kirchensanierung gespendet, berichtet er. Zudem hat die Kirchengemeinde Patenschaften für Schieferplatten vergeben, wodurch alleine schon über 10.000 Euro zusammengekommen sind. Bis heute belaufen sich die Spenden auf rund 56.000 Euro. Die Einweihung des sanierten Kirchendachs und des Turms sowie der neuen Orgel soll am 15. März gefeiert werden.

Sascha Valentin

Vielen Dank an den Autor Sascha Valentin für das Überlassen von Text und Fotos für diese Veröffentlichung!

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