28/10/2026 0 Kommentare
Mit viel Publikum und Musik: Pfarrer Holger Balzer in Battenberg verabschiedet
Mit viel Publikum und Musik: Pfarrer Holger Balzer in Battenberg verabschiedet
# Gemeinsam im Dekanat

Mit viel Publikum und Musik: Pfarrer Holger Balzer in Battenberg verabschiedet
Dieser Abschied fiel niemandem leicht: Pfarrer Holger Balzer ist am Sonntagabend in der Battenberger Burgberghalle nach mehr als 34 Dienstjahren in seiner Gemeinde voller Herzlichkeit verabschiedet worden. Über zwei Stunden lang dauerte der Abschieds-Gottesdienst unter dem Thema "Gott ist Liebe" (1. Johannes 4,16), zu dem auch viele Weggefährten gekommen waren.

Wie wichtig die Musik nicht nur im Leben des scheidenden Pafrrers ist, sondern welche jerausragende Bedeutung sie auch für seine Verkündigung spielt, machten die vielen Chöre und Gesangsgruppen deutlich, die den Gottesdienst mitgestalteten. Auf der Bühne wechelsten sich im Gottesdienst die Kinder des Kindergottesdiensts "Kinder Kinder" und des Kindergartens ab mit dem 150Ps-Gospelchor, der allein vier emotionale Lieder aus der Geschichte des von Balzer seinerzeit mit aus der Taufe gehobenen Chores zu Gehör brachte. Außerdem sorgten auch der Singkreis, das Taizé-Team, 150Ps-Chorleiter Dominic Zissel und Janina Westhauser-Balzer als Solisten sowie Organistin Irina Meisner für den guten Ton.

Dreieinhalb Jahrzehnte lang sei Balzer nicht nur Pfarrer in Battenberg gewesen, sondern habe auch sein Leben mit den Menschen hier geteilt, wie Pfarrerin Sabine Bertram-Schäfer als Pröpstin für Nord-Nassau feststellte. Aus Breidenbach stammend, sei er von der Kinder- und Jugendarbeit des CVJM geprägt worden und habe die Bibel auch durch seine Liebe zur Musik verständlich machen können, sagte sie, bevor sie ihm den Segen zusprach und von seinen Aufgaben in der Gemeinde entpflichtete. Die Pröpstin dankte Holger Balze für alles, was durch ihn als Pfarrer in der Kirche gewirkt hat und was in der Gemeinschaft geschehen ist. Er habe viel Freude gebracht: "So können wir heute dankbar zurückblicken und zugleich nach vorn schauen", sagte Bertram-Schäfer. "Wir können Pfarrer Balzer verabschieden und ihn mit Gottes Segen ziehen lassen in einen neuen Lebensabschnitt. Gott hilft uns, anzunehmen und loszulassen. Gott trägt uns durch den Abschied hindurch", erklärte die Pröpstin.

"Gottes Wort bleibt in Ewigkeit", hob die Pröpstin hervor und erklärte, dass wir darauf vertrauen dürfen, gerade jetzt, wo vieles unsicher erscheint. Und vielleicht ist das eine gute geistliche Haltung für die kommende Zeit: nicht schon alles wissen zu müssen, sondern gemeinsam weiterzugehen. Offen zu bleiben für das, was Gott mit seiner Gemeinde vorhat. Und darauf zu vertrauen, dass Christus seine Kirche nicht verlässt.

"Kirche ohne Musik ist wie ein Regenbogen ohne Farbe" - unter dieses Motto stellte Dekan Friedrich seine Dankesworte an den scheidenden Pfarrer Balzer. Musik und Singen seien immer sein besonderes Anliegen gewesen. Balzer habe großen Wert darauf gelegt, dass die schön renovierte Kirche oben auf dem Berg auch für alle Art von Kirchenmusik gut ausgestattet und geeignet ist. Der Dekan würdigte Balzers Einsatz für die Jugendarbeit und sein Engagement auf Dekanatsebene, etwa im Kirchenmusikalischen Ausschuss - wo er die popularmusikalische Gewichtung der hauptamtlichen Kirchenmusiker beförderte - und bei den Dekanatskirchentagen. Balzer habe bereits über die eigene Gemeinde hinausgeblickt und -gearbeitet, als der Begriff "Nachbarschaftsraum" noch nicht erfunden gewesen sei, machte Friedrich bewusst.

"Du bist deiner Gemeinde Battenberg 34 Jahre lang treu geblieben", sagte der Dekan und bezeichnete dies als besonders. "Und du bist nicht so lange hier geblieben, weil es keine anderen Möglichkeiten gegeben hätte, sondern weil das hier so gut gepasst hat. Zweimal wurde die Zusammenarbeit nach jeweils zehn Jahren bilanziert, und immer war das Ergebnis: Wir arbeiten gut und gerne zusammen, und die Ideen gehen uns nicht aus! Das hast du kürzlich auch nochmal gesagt: Es war nicht 34 Jahre lang immer dasselbe, sondern ständige Bewegung, Innovation, neue Formen, neues Ausprobieren. Ein "tolles Geben und Nehmen in beide Richtungen, Pfarrer und Gemeinde, Mitarbeitende, KV, deshalb bin ich immer noch hier" - so steht es im Protokoll von 2019", sagte der Dekan.

Weitere Dankesworte, Glückwünsche und Geschenke gab es von Bürgermeister Klein und mehreren Vertretern von Gemeindegruppen-Sprecher. Zum Abschluss luden Pfarrer Balzer und der Kirchenvorstand zu einem Imbiss ein - der größtenteils im Foyer stattfinden musste, da der dafür vorgesehene Platz im hinteren Teil der Halle ebenfalls wegen der Vielzahl der Gäste bestuhlt hatte werden müssen.
Text: Peter Bienhaus/Klaus Kordesch



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