„Kirche muss sich vernetzen und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen!“: Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz diskutiert mit Kirchenvorständen und hauptamtlich Mitarbeitenden aus dem Dekanat Biedenkopf-Gladenbach

„Kirche muss sich vernetzen und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen!“: Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz diskutiert mit Kirchenvorständen und hauptamtlich Mitarbeitenden aus dem Dekanat Biedenkopf-Gladenbach

„Kirche muss sich vernetzen und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen!“: Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz diskutiert mit Kirchenvorständen und hauptamtlich Mitarbeitenden aus dem Dekanat Biedenkopf-Gladenbach

# Gemeinsam im Dekanat

„Kirche muss sich vernetzen und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen!“: Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz diskutiert mit Kirchenvorständen und hauptamtlich Mitarbeitenden aus dem Dekanat Biedenkopf-Gladenbach

Zusammen mit der Kirchenpräsidentin von Kirche träumen? Diese Chance haben rund 70 Kirchenvorstände und hauptamtliche Mitarbeitende aus dem Dekanat Biedenkopf-Gladenbach am Samstag ergriffen. Natürlich ging es während des Tages mit Christiane Tietz um Veränderungsprozesse, Herausforderungen aller Art und Erschöpfung – aber auch um Hoffnungen, Wünsche und realistische Vorstellungen von einer guten Zukunft der evangelischen Kirche.

Mit Träumen, Visionen und Stochern im Nebel hielt sich der prominente Gast der Tagung, die seit rund einem Jahr amtierende Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz, gar nicht erst lange auf. Zwei Impulse gestaltete die Theologieprofessorin im Laufe der Tagung, die das Dekanat seit vielen Jahren einmal jährlich mit hochkarätigen Gästen zu Themen rund um die Zukunft der Kirche veranstaltet. Dabei tauchte sie direkt tief in die aktuelle Situation ihrer Landeskirche, der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), ein, die sich in einem tiefgreifenden Reform- und Transformationsprozess befindet, der große Auswirkungen auf jede einzelne Kirchengemeinde hat.

„Wenn wir beim Träumen so tun, als ob wir nochmal bei Null anfangen könnten, würde das auch den Verlust all des Guten bedeuten“, machte Christiane Tietz gleich zu Beginn ihres ersten Impulsvortrags bewusst. Darin beleuchtete und unterschied sie die „verborgene“ und die „sichtbare“ Kirche: Die EKHN sei eins durch Christus und den Heiligen Geist, heilig durch Gottes Liebe, apostolisch in der täglich neuen Orientierung am Evangelium und im katholischen Sinne „allgemein“, also für alle Menschen da.

Auf diesem stabilen Unterbau finde die sichtbare Kirche statt, die sowohl in alten und neuen Formen vor Ort als auch digital präsent sei, sagte die Kirchenpräsidentin. Unterschiedliche Frömmigkeitsstile, das fruchtbare Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen sowie eine Kinder- und Jugendarbeit, die christlichen Glauben und Werte vermittle, seien dafür prägend. Die EKHN sei zudem diakonisch mit anderen Akteuren in unterschiedlichsten Sozialräumen unterwegs und trage durch gelebte Ökumene und interreligiösen Dialog zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. „Unsere EKHN ist eine hörbare öffentliche Stimme in Politik und Gesellschaft!“, unterstrich Christiane Tietz: „Ich träume von unserer EKHN, dass sie sich im Sozialraum mit anderen vernetzt und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beiträgt!“.


All die erforderlichen und mühsamen Transformationen und Veränderungsprozesse verliefe an unterschiedlichen Orten unterschiedlich schnell, stellte Christiane fest. „Manchen geht es nicht schnell genug, anderen ist es zu schnell; manche sind erschöpft, andere wieder ziehen Energie aus dem Prozess“, bemerkte die Kirchenpräsidentin, die dieses unterschiedliche Erleben von Kirche unter der Überschrift „Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen“ behandelte. Wichtig sei, diese Unterschiedlichkeiten trotzdem gleichzeitig wahrzunehmen. „Walzer, Tango und Marsch gleichzeitig, das überfordert auch das polyphone Ohr!“, lautete eine kritische Entgegnung in der anschließenden Diskussion, in der zudem der Wunsch nach mehr Ermutigung, Zeit auch zum Träumen und Maßnahmen gegen das Bürokratiemonster laut wurden.

Am Nachmittag ging es dann um die „Lebensadern“ der Kirche, die keineswegs verzichtbar und im Gegenteil zu „pflegen“ seien. Die Theologieprofessorin hob dabei besonders die Bereiche „Bildung und Seelsorge“, „Gemeinschaft“, „Liturgie vor Gott feiern und mit Gott reden“, das tatkräftig für die Menschen Da-sein in der Diakonie und das Zeugnis hervor: „Wir müssen über das reden, was uns erfüllt!“, appelliert sie an die Besucher der Tagung. Welche Lebensadern beziehungsweise Formen nun zu bewahren, welche weiterzuentwickeln zu seien und wo Neues entstehen müsse, sei unter dem Aspekt „Was macht uns neu Lust auf Kirche?“ zu bedenken, gab die Kirchenpräsidentin den Vorständen und Hauptamtlichen mit auf den Weg. Diese Anregung griffen auch Dekan Andreas Friedrich und Dekanats-Bildungsreferentin Kerstin Vollmerhausen als Tagungsverantwortliche am Nachmittag auf, als sie Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz für ihren Besuch dankten: „Wie Lust auf Kirche geweckt und wie Sichtbare Kirche konkret gestaltet werden kann, wird uns hier vor Ort weiter beschäftigen!“, sagte Dekan Friedrich.  (klk/eöa)

Dies könnte Sie auch interessieren

0
Feed