14/10/2026 0 Kommentare
Gemeinsamer Kleidergottesdienst von Kirche und Diakonie in Gladenbach: Gut erhaltenen Kleidungsstücken ein zweites Leben schenken
Gemeinsamer Kleidergottesdienst von Kirche und Diakonie in Gladenbach: Gut erhaltenen Kleidungsstücken ein zweites Leben schenken
# Diakonie

Gemeinsamer Kleidergottesdienst von Kirche und Diakonie in Gladenbach: Gut erhaltenen Kleidungsstücken ein zweites Leben schenken
Wenn Kleider erzählen könnten – wovon würden Sie wohl berichten? Von rauschenden Festen, traurigen Anlässen oder auch langen Zeiten im dunklen Schrank? Diesen Fragen gingen Pfarrer Klaus Neumeister und das Team des Diakonie-Kleiderladens beim Kleidergottesdienst in der evangelischen Kirche Gladenbach nach.

Dabei entwickelte Neumeister die Geschichte eines roten Kleides, das von seiner Besitzerin gerne und oft zum Tanzen getragen worden war. Als sich ihr Geschmack änderte, verschwand das Kleid zunächst im dunklen Schrank, bevor es schließlich im Diakonie-Kleiderladen landete. Dort freundete es sich mit einem schicken Anzug an, der dann aber verkauft wurde. Schließlich fand das rote Kleid eine junge Käuferin… und begegnete am Ende doch tatsächlich bei einem Tanzabend dem schicken Anzug wieder!
Bei einer Mitmachaktion brachten die Gottesdienstbesucher zuvor verteilte Kleidungsstücke aus dem Laden zum Altar. Dabei überlegten sie, wem die Kleidung gehört haben könnte, warum sie aussortiert wurde und welche Wünsche sie für ihre Zukunft hätte.
Längst ist der gemeinsame Kleidergottesdienst der Kirchengemeinde Gladenbach und des Second-Hand-Ladens der Diakonie eine liebgewonnene Tradition geworden. Immer wieder gelingt es Pfarrer Neumeister, die Themen Armut, Umweltschutz und ehrenamtliches Engagement, für die der Kleiderladen steht, mit biblischen Texten zu verbinden.

Dazu ging er diesmal zur „Geburtsstunde“ der Kleidung im Paradies: „Gott hat ganz am Anfang den Menschen Kleider gemacht. Das bedeutet, dass Kleider zu unserem Leben dazugehören. Sie gehören zu dem Notwendigsten, das wir zum Leben brauchen. Keiner soll nackt sein, schutzlos, ausgeliefert. Kleider nehmen uns die Scham und geben uns Würde“, so Neumeister.
Um Menschen mit schmalem Geldbeutel einen würdevollen Einkauf von Kleidung zu ermöglichen, hat das Diakonische Werk Marburg-Biedenkopf den Laden vor über zehn Jahren in Gladenbach eingerichtet. Wer mag, kann dort ganz bewusst günstig gebrauchte Kleidung einkaufen. Bei nachgewiesener finanzieller Bedürftigkeit zum halben Preis.
Koordinatorin Natalia Schneider machte klar, welches die tragenden Säulen des Ladens sind: Sie dankte den Spendern für gut erhaltene Textilien, die das vielfältige Sortiment im Laden bilden. Einen besonderen Dank richtete sie an die ehrenamtlich Mitarbeitenden des Diakonischen Werks: „Mit eurem tatkräftigen Engagement macht ihr den Laden zu einer Wohlfühloase.“ Damit verdeutlichte Schneider, dass ehrenamtliches Engagement im Laden weit mehr bedeutet, als Kleidung zu sortieren, zu präsentieren und zu verkaufen. In dem sozialen Projekt geht es vor allem um Menschlichkeit und Wertschätzung.
Zum Abschluss des Gottesdienstes richtete Sozialarbeiterin Agnes Protz einen besonderen Dank an Pfarrer Neumeister, der diese Gottesdienste maßgeblich ermöglicht hat. Zudem lud sie die Gottesdienstbesucher auf einen Imbiss in den Laden ein, die diese Einladung gerne annahmen.
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