„Frieden praktisch geübt, gelebt und gefeiert“: Schweden, Tansanier und Deutsche feiern Partnerschaftsgottesdienst

„Frieden praktisch geübt, gelebt und gefeiert“: Schweden, Tansanier und Deutsche feiern Partnerschaftsgottesdienst

„Frieden praktisch geübt, gelebt und gefeiert“: Schweden, Tansanier und Deutsche feiern Partnerschaftsgottesdienst

# Gemeinsam im Dekanat

„Frieden praktisch geübt, gelebt und gefeiert“: Schweden, Tansanier und Deutsche feiern Partnerschaftsgottesdienst

Mit einem fröhlichen Partnerschaftsgottesdienst in Weidenhausen hat das Evangelischen Dekanat Biedenkopf-Gladenbach am Sonntag zur „Halbzeit“ des Besuchs der Delegation aus Tansania die immer weiter in die Tiefe wachsende gegenseitige Verbundenheit gefeiert. Im Gottesdienst, der das Thema Frieden zum Inhalt hatte, wurde auch die Partnerschaftsdelegation aus Schweden verabschiedet, die nach einer Woche voller Begegnung und Austausch wieder in die Heimat zurückkehrte.

„Wir haben den Frieden praktisch geübt, gelebt, gefeiert; miteinander gesungen, gearbeitet und gelacht“, berichtete Marion Schmidt-Biber, die im Dekanat für das Arbeitsfeld Partnerschaften und Ökumene zuständig ist und den Besuch vorbereitet hat, von der zurückliegenden Woche. Im Rahmen der trilateralen Begegnung waren die sechs Gäste aus Tansania und die vier aus Schweden mit einer Gruppe aus dem Dekanat in der Familienbildungsstätte (FBS) des Dekanats in Holzhausen/H., wo sie sich einem ebenso umfangreichen wie anspruchsvollen Programm mit inhaltlicher Arbeit, Begegnung und Austausch zu Themen wie Frieden, Diskriminierung und interkulturellen Austausch widmeten.

„Wir können keine Friedenskette bilden, aber wir haben immerhin Wimpelketten“, sagte Dekan Andreas Friedrich mit Blick auf zwei lange Leinen voller Wimpel, die über dem Altar gespannt waren. Sie sind in den vergangenen Monaten in verschiedenen Gruppen und Kreisen des Dekanats als Gastgeschenk für die Partnerschaftsdelegationen angefertigt worden: „Was hier hängt, ist noch nicht alles“, erklärte der Dekan, bevor die Gäste sich kurz vorstellten. Oscar Samwel überbrachte Friedenswünsche und Grußworte von der Kirchenleitung und aus den partnerschaftlich verbundenen Distrikten Kituntu und Ngara-Distrikt sowie dem Nkwenda Deaconess-Center. Besonders freue er sich über die vielen jungen Menschen, die an dem Austausch teilnehmen, sagte er. Dass die ursprünglich in den bis 2016 eigenständigen Dekanaten Biedenkopf und Gladenbach gepflegten Partnerschaften mit den unterschiedlichen Regionen zusammengeführt seien, sei ein Segen, freute sich Marion Schmidt-Biber.

Das Jesajawort „Den Weg des Friedens kennen sie nicht“ machte Dekan Fridrich zu Inhalt seiner Predigt. Der Mangel an Frieden und die in unterschiedliche Lager zerrissene Gesellschaft seien kein Schönheitsfehler, sondern ein zentrales Problem der Menschheit, mahnte er. Derzeit sei man vom Frieden so weit entfernt wie seit langem nicht, und die Vernunft stehe ohnmächtig der Geldgier und staatlichen Interessen gegenüber: „Obwohl wir wissen, dass Krieg schädlich ist und teuer, können wir es nicht lassen“, beklagte der Dekan: Es gebe kein Jahr der Menschheitsgeschichte ohne Kriege und in den vergangenen Jahrzehnten nie weniger als 30 gleichzeitig, machte er bewusst.

Das Volumen der Rüstungsindustrie sei unfassbar, die Zahl der Waffen steige ins Unendliche: Pro Minute würden weltweit fünf Millionen Euro für Waffen ausgegeben, während Tausende Kinder und Obdachlose auf der Straße leben und Not leiden müssten. Und auch das Private sei nicht vor Zank und Streit gefeit – 129 300 Ehen seien vergangenes Jahr geschieden worden. Noch nicht einmal in den Kirchengemeinden werden Jesu Friedensbotschaft umgesetzt, obwohl doch gerade Christen ihn als Quelle des Friedens annehmen und begreifen sollten. Jesus habe überall den Frieden gebracht und auch Todfeinde versöhnt, erinnerte der Dekan am Beispiel des Leviten Simon Petrus, der die Römer bekämpfen wollte, und dem Zöllner Levi, der als Römerfreund galt: „Jesus holt sie beide in sein Team“, erinnerte Friedrich.

Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Chor „Ad Novum“ unter der Leitung von Dekanatskantor Katamba Kazaku, seiner schwedische Kollegin Agnes Falk an der Orgel und einem Chor der einwöchigen „WG“ aus der FBS mitgestaltet. Im Anschluss kamen die vielen Gottesdienstbesucher im benachbarten Gemeindehaus zum Kirchencafe zusammen, wo sie mit den Besuchern ins Gespräch kommen und oft auch Wiedersehen feiern konnten – denn viele hatten sich schon bei einem der vergangenen Partnerschaftsbesuche kennengelernt und oft auch Freundschaften geschlossen.

Letzte Gelegenheit, den Gästen zu begegnen, ist nach den Besuchen in den Nachbarschaftsräumen und Gemeinden in dieser Woche beim Abschiedsfest am Samstag (20. Juni) um 17 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Eckelshausen.

Dies könnte Sie auch interessieren

0
Feed