10/07/2026 0 Kommentare
„Eine tolle Möglichkeit zum Austausch!“ - Kita-Mitarbeiterinnen treffen sich im dekanatsweiten Arbeitskreis Religionspädagogisches Arbeiten
„Eine tolle Möglichkeit zum Austausch!“ - Kita-Mitarbeiterinnen treffen sich im dekanatsweiten Arbeitskreis Religionspädagogisches Arbeiten
# Kirche für Kinder

„Eine tolle Möglichkeit zum Austausch!“ - Kita-Mitarbeiterinnen treffen sich im dekanatsweiten Arbeitskreis Religionspädagogisches Arbeiten
Das frische Gras ist für die kleine Schafherde erstmal interessanter als die Besucherinnen neben der Weide. Genauso hat ihre Besitzerin Maria Ronzheimer das auch angekündigt, bevor sie die Tiere aus dem Stall gelassen hat. Erst, nachdem der schlimmste Hunger gestillt ist, kommen die ersten neugierigen Schafe zu den Erzieherinnen, die mit ihrem Arbeitskreis für religionspädagogisches Arbeiten diesmal zu Gast auf der Schafswiese in Herzhausen sind.

Streicheleinheiten für die tierischen Protagonisten durften beim Treffen des Arbeitskreises für religionspädagogisches Arbeiten auf der Schafswiese in Herzhausen nicht fehlen. Kerstin Vollmerhausen und Maria Ronzheimer ließen sich nicht lange bitten. (Foto: Klaus Kordesch /eöa)
In diesem Arbeitskreis treffen sich viermal jährlich Mitarbeiterinnen, die in einer evangelischen Kindertagesstätte mit den Kindern Gottesdienste feiern, singen und biblische Geschichten erzählen, um Ideen und Anregungen auszutauschen und voneinander zu lernen. „Ich bin froh, dass es das den Arbeitskreis gibt“, sagt Melanie Scholz-Aldag, die in der Evangelischen Kindertagesstätte „Löwenzahn“ in Biedenkopf arbeitet: „Das ist eine tolle Möglichkeit zum Austausch mit den Kolleginnen, und man nimmt immer wieder etwas Neues für die eigene Arbeit mit!“
Den Arbeitskreis, den Kerstin Vollmerhausen als Inhaberin der Fachstelle Bildung im Evangelischen Dekanat Biedenkopf-Gladenbach organisiert, gibt es schon lange. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus allen evangelischen Kitas im Dekanat, denn in den Einrichtungen finden regelmäßig Gottesdienste und Andachten statt und biblische Geschichten werden erzählt“, erläutert sie.

Kerstin Vollmerhausen (li.) lädt die MitarbeiterInnen der evangelischen Kitas und Familienzentren im Dekanat Biedenkopf-Gladenbach viermal jährlich zu Austausch-Treffen ein. Kürzlich hat sich der Arbeitskreis mit Tiergestützter Pädagogik beschäftigt. (Foto: Klaus Kordesch /eöa)
Heute geht es während des Treffens vor allem um tiergestützte Pädagogik. In der Waldgruppe der Evangelischen Kita „Arche Noah“ in Herzhausen spielt das eine große Rolle, erzählt Maria Ronzheimer, während sie der besonders neugierigen Polly den Kopf krault. „Unser Konzept ist noch im Wachsen“, berichtet sie: „Einmal wöchentlich sind wir hier bei den Schafen, einmal bei den Lamas und Alpakas.“ Sie stellt ihren Kolleginnen vor, wie viele Anknüpfungspunkte es aus religionspädagogischer Sicht für die Begegnungen der Kinder mit den Schafen gibt. „Schafe gehören genau wie die Kinder zu ihrer Gruppe, sind Teil ihrer Herde, gehören zu einer Gemeinschaft“, erläutert die Schafhalterin, die sich auch zur Fachkraft für Tiergestützte Intervention fortgebildet hat: „Zugleich sind Schafe wie wir Menschen individuelle Wesen mit einem ganz eigenen Charakter; jedes Schaf ist einzigartig!“, sagt sie und stellt einige der Tiere, die sich mittlerweile nicht mehr nur aufs Fressen konzentrieren, sondern auch für die Besucherinnen interessieren, etwas ausführlicher vor.

Jedes Schaf hat einen ganz eigenen Charakter. Manche zeigten sich den Erzieherinnen gegenüber schnell sehr zutraulich. (Foto: Klaus Kordesch /eöa)
„Gott sieht uns als Menschen genauso an wie ich meine Schafe – es geht nicht darum, was jemand kann oder nicht, denn unsere Schwächen sind nicht wichtig vor Gott“, nennt sie eine weitere Gemeinsamkeit: „Die Schafe müssen nichts tun dafür, dass ich mich um sie kümmere; ebenso wie Gottes Liebe zu uns nicht an Bedingungen geknüpft ist.“ Maria Ronzheimer zählt eine ganze Reihe von biblischen Themen und Ideen auf, die sich in Verbindung mit einem Besuch bei ihren Schafen anbieten, so das Gleichnis vom verlorenen Schaf oder das Bild von Jesus als dem Guten Hirten.

Maria Ronzheimer hat eine enge Beziehung zu ihren Schafen. Die Tiere bekommen auch einmal wöchentlich Besuch von den Kindern der Waldgruppe. Wie sie sich in Religionspädagogische Arbeit einbinden lassen, haben jetzt die Mitglieder des gleichnamigen Arbeitskreises erfahren. (Foto: Klaus Kordesch /eöa)
„Die Kinder erfahren, wie man sich um jemanden kümmert“, schildert sie den Ansatz, „normalerweise werden sie selbst umsorgt, hier aber können sie sich selbst um ein Lebewesen sorgen.“ Die Kinder erleben, dass bei den Schafen vieles an den Jahreszeiten orientiert ist, wie zum Beispiel die Schur: „Wenn die Schafe von der warmen Winterwolle befreit werden, ist das ein besonderes Erlebnis“, erzählt die Tierliebhaberin. So wird die Bibelstelle „Alles hat seine Zeit“ (Prediger 3,1) erlebbar und für die Kinder verständlich.
Der Arbeitskreis tauscht sich auch heute über geeignete Materialien und Bücher aus, die das Thema aufgreifen und vertiefende Methoden behandeln. Das Gespräch über verschiedene Erfahrungen aus der religionspädagogischen Praxis bestimmt das weitere Treffen der Erzieherinnen.

Welche Anknüpfungspunkte Schafe für religionspädagogische Arbeit in Kindertagesstätten bieten, hat Maria Ronzheimer den Mitgliedern des Dekanats-Arbeitskreises eindrucksvoll vor Ort auf ihrer Schafweide in Herzhausen vermittelt. (Foto: Klaus Kordesch /eöa)
„Unsere evangelischen Kitas sind ein Ort, an dem Familien mit Kirche in Kontakt kommen“, sagt Kerstin Vollmerhausen. „Nicht nur die Menschen aus dem Verkündigungsteam, sondern auch Mitarbeitende aus den Kitas übernehmen die Aufgabe, mit Kindern im Alltag zu Glaubensthemen ins Gespräch zu kommen, zu beten und Fragen der Kinder zu beantworten und Andachten zu feiern“, betont sie. Aus diesem Grund sei der Austausch im Arbeitskreis so wichtig. Zu den Treffen des Arbeitskreises werden alle evangelischen Kitas immer neu eingeladen (klk/eöa)
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