Desinformationen erkennen und ihnen begegnen | Workshop in Dautphe: „Fake News“ sollen Zwietracht säen

Desinformationen erkennen und ihnen begegnen | Workshop in Dautphe: „Fake News“ sollen Zwietracht säen

Desinformationen erkennen und ihnen begegnen | Workshop in Dautphe: „Fake News“ sollen Zwietracht säen

# Gesellschaft + Bildung

Desinformationen erkennen und ihnen begegnen | Workshop in Dautphe: „Fake News“ sollen Zwietracht säen

Im besten Fall sind sie noch unterhaltsam und leicht als solche zu erkennen, doch meist verfolgen Desinformationen und „Fake News“ andere Ziele. Wie man Falschmeldungen erkennen und damit umgehen kann, haben am Freitagabend rund 20 Teilnehmer eines Workshops im Evangelischen Familienzentrum VierWände in Dautphe erfahren.

Die Workshop-Besucher kamen im Evangelischen Familienzentrum unter anderem über die Vielzahl der möglichen Manipulationsstrategien ins Gespräch. (Foto: Klaus Kordesch /eöa)


Die Workshop-Besucher kamen im Evangelischen Familienzentrum unter anderem über die Vielzahl der möglichen Manipulationsstrategien ins Gespräch. (Foto: Klaus Kordesch /eöa)

Meist wollen Falschmeldungen verunsichern, Unfrieden schaffen und demokratische Gesellschaften destabilisieren, je nach Absender und vermehrt gerade in den Wochen vor wichtigen Wahlen, machte die Demokratie- und Social-Media-Expertin Clara Labuhn bewusst. In Zeiten von multiplen Krisen und Ängsten, dem Erstarken des Rechtspopulismus und vieler Autokratien könnten Falschmeldungen auf besonders fruchtbaren Boden fallen. Der schwindende Einfluss traditioneller Meinungsmacher („Gatekeeper“) und des Journalismus sowie der Einsatz von verstärkenden Algorithmen und automatisch kommentierender Bots verstärke diese Effekte noch, erläuterte die studierte Soziologin.

„Politik und Medien stecken unter einer Decke!“ Die Vielfalt der politischen Ansichten wie auch der Medienlandschaft macht die Absurdität einer solchen Behauptung schnell bewusst. Aber die Verbreiter solcher Desinformationen sind keineswegs immer empfänglich für Argumente. (Foto: Klaus Kordesch /eöa)

„Politik und Medien stecken unter einer Decke!“ Die Vielfalt der politischen Ansichten wie auch der Medienlandschaft macht die Absurdität einer solchen Behauptung schnell bewusst. Aber die Verbreiter solcher Desinformationen sind keineswegs immer empfänglich für Argumente. (Foto: Klaus Kordesch /eöa)

Künstliche Intelligenz macht es dabei zunehmend einfach, Inhalte „echt“ und authentisch erscheinen zu lassen, so dass das „Fact-Checking“ immer wichtiger werde – beziehungsweise eher das einfacher zu bewerkstelligende Prüfen der Vertrauenswürdigkeit, das sogenannte „Trust-Checking“, für das sich die Expertin aussprach. Da das aufwendige Überprüfen einzelner Fakten oft die Möglichkeiten des normalen Anwenders übersteige, könne das Checken der Aktualität, der Quelle und des Autors oft schon für eine Einordnung als Desinformation ausreichen, zumal diese gewöhnlich nicht bei anderen als seriös einzuordnenden Quellen zu finden sei und damit bestätigt werde. Clara Labuhn empfahl auch das Nutzen von Faktenchecking-Portalen wie Mimikama, Correctiv, den Faktenfinder der Tagesschau/ARD und den dpa-Faktencheck.

(Foto: Klaus Kordesch /eöa)


Die Workshop-Besucher kamen im Evangelischen Familienzentrum unter anderem über die Vielzahl der möglichen Manipulationsstrategien ins Gespräch. (Foto: Klaus Kordesch /eöa)

Die Teilnehmenden erfuhren einiges über die vielen unterschiedlichen Manipulationsmöglichkeiten, die die Absender hinter den Desinformationen nutzen. In Kleingruppen erarbeiteten sie gemeinsam Strategien, um auf verschiedene Szenarien etwa im Netz, im Freundeskreis oder auf der Arbeit reagieren zu können. Dass Fakten bei solchen Konfrontationen oft gar nichts bewirken, weil das Gegenüber seine Meinung darüber stellt, wussten viele aus eigenem Erleben zu berichten. Mitunter seien einfach keine Brücken zu bauen. Dennoch sei es zunächst wichtig, ins Gespräch zu gehen und beispielsweise nachzufragen: „Woher weißt du das?“ oder „Wie kommst du darauf?“, waren sich die Seminarbesucher einig. Bei aller Geduld und im Wissen darum, dass es „die“ richtige Strategie nicht gebe, müsse man auch Grenzen ziehen, fasste Clara Labuhn zusammen: Hetze und rassistische Parolen dürften nicht unwidersprochen bleiben.

„Die“ eine richtige Strategie im Gespräch mit Anhängern von Desinformation gibt es nicht, erläuterte Clara Labuhn beim Workshop in Dautphe. (Foto: Klaus Kordesch /eöa)

Veranstaltet haben den dreistündigen Workshop das Evangelische Dekanat Biedenkopf-Gladenbach mit den Referaten Bildung und Öffentlichkeitsarbeit, der Evangelische Nachbarschaftsraum Dautphetal, das Evangelische Familienzentrum VierWände und die Volkshochschule Marburg-Biedenkopf. (klk/eöa)


 

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