3300 Besucher erleben Passionsmusical in der Buderusarena: Mit moderner Musik die christliche Botschaft auf die Bühne gebracht

3300 Besucher erleben Passionsmusical in der Buderusarena: Mit moderner Musik die christliche Botschaft auf die Bühne gebracht

3300 Besucher erleben Passionsmusical in der Buderusarena: Mit moderner Musik die christliche Botschaft auf die Bühne gebracht

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3300 Besucher erleben Passionsmusical in der Buderusarena: Mit moderner Musik die christliche Botschaft auf die Bühne gebracht

Beeindruckende Zahlen stehen am Anfang: 3.300 Besucher, 700 Sängerinnen und Sänger von elf bis 88 Jahren, rund 12.500 Euro Spenden. Das alles hat das Publikum bei der Aufführung des Passionsmusical „7 Worte am Kreuz“ in der Buderus Arena in Wetzlar erlebt.

Wobei die Macher einräumen, dass der Begriff „7 Worte vom Kreuz“ aus der christlichen Tradition stammen. Es geht vielmehr um die letzten sieben Sätze, die Jesus Christus während seiner Hinrichtung auf dem Hügel Golghata bei Jerusalem gesprochen hat. „Sieben Sätze, die Weltgeschichte geschrieben haben“, vernehmen die Besucher in ihren Rängen. Dazu gehören etwa „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun." (Lukas 23,34), „Heute wirst du mit mir im Paradies sein." (Lukas 23,43) oder „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" (Matthäus 27,46 und Markus 15,34) sowie „Es ist vollbracht." (Johannes 19,30). 

Mehr als zweieinhalb Stunden fasziniert die Aufführung das Publikum. Kein Wunder, wurde doch am Bühnenaufbau mit einer aufwändigen Lichtshow nicht gespart. Die alte Botschaft des Evangeliums kommt in modernen Rhythmen daher. 2024 schrieb der christliche Sänger und Liedermacher Albert Frey das Musical. 16 Lieder sind zu hören, darunter auch einige bekannte Songs von Frey, die längst Eingang gefunden haben in den Gemeindegesang wie „Zwischen Himmel und Erde“, „Wo ich auch stehe“ sowie „Anker in der Zeit“.

Den mächtigen Chor, der über der Bühne platziert ist sowie auf den ersten Rängen links und rechts davon, kommt aus dem heimischen Raum. So haben sich mehrere Projektchöre in den Evangelischen Dekanaten Biedenkopf-Gladenbach und "an der Dill" gebildet, die seit vergangenem Jahr die Lieder einstudiert und geprobt haben. Die Kirchengemeinde Hermannstein ist mit ihrem Gospelchor „Vocal Spirit“ dabei oder der Evangelische Kirchenchor Allendorf. Dirigiert wird die gewaltige Menge von Sängerinnen und Sängern von Dekanatskantorin Nilani Stegen im Dekanat Wetterau sowie von Rut Hilgenberg, Dekanatskirchenmusikerin im Dekanat Biedenkopf-Gladenbach. Zur mentalen Unterstützung saß unter anderen Dekan Andreas Friedrich in der ersten Zuschauerreihe.

Nicht zu vergessen ist die Combo, die mit ihrer Livemusik durch den Abend führte und auch die vier Solisten. Neben der Schweizer Sängerin Yasmina Hunzinger und Claus-Peter Eberwein standen auch zwei lokale Stimmen auf der Bühne. Da ist zum einen Katharina Stahl zu nennen, aufgewachsen in Laufdorf, die jetzt in Gießen-Klein-Linden lebt. Sie eröffnete den Reigen der Lieder mit einem Solo „Zwischenzeit“. Auch Benjamin Gail ist ein „heimisches Gewächs“, ist Beauftragter für Popularmusik im Evangelischen Dekanat an der Dill und leitet den Gospelchor Hermannstein. Er hat auch die älteste Sängerin mitgebracht, die 88-jährige Irmgard Hedrich (Naunheim).

Eingebettet sind die Lieder in eine Handlung, die den Versuch unternimmt, das Geschehen um die Kreuzigung aus dem Jahr 33 in das Jahr 2026 zu transformieren. Marie und Ben lernen sich bei den Proben zum Musical kennen, so die Erzählung, und berichten von ihren Wünschen und Hoffnungen. Aktuelle Fragen tauchen auf wie „Wie kann man erfüllt leben, auch wenn sich nicht alle Wünsche erfüllen?“ Marie wird gespielt von Kathleen Bauer, einer professionellen Schauspielerin, die etwa in der Rocky Horror Show aufgetreten ist. Ihr Bühnenpartner Ben wird verkörpert von Dominik Doll. In „König der Löwen“ stand er als Mufasa auf der Bühne. Bleibt noch zu erzählen, dass das Publikum nicht nur klatschen darf, sondern auch bei drei Liedern zum Mitsingen aufgefordert wird und zum Schluss mit einer metallisch wirkenden silbernen Karte zum Winken angehalten wird. So kommt Bewegung in die Besucherreihen und es ergibt ein schönes Bild. Das Publikum ist nicht nur aus Mittelhessen angereist. Lüdenscheid, Gummersbach oder Triefenstein in Unterfranken sind nur einige der Herkunftsorte.

Text und Fotos: Lothar Rühl

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